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Referenzen in der Bewerbung angeben – Glaubwürdigkeit steigern

Referenzen sind in der Bewerbung optional, können aber ein echter Türöffner sein. Wir geben dir Tipps.

Referenzen

Aussagekräftige Referenzen in der Bewerbung unterstreichen deine Glaubwürdigkeit. Somit können sie das entscheidende Zünglein an der Waage sein und dir einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

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Was sind Referenzen in der Bewerbung?

Bei Referenzen handelt es sich um Empfehlungen und Bewertungen von Vorgesetzten oder anderen Personen, die dich persönlich kennen und deine fachlichen Qualifikationen im Lebenslauf beurteilen können. Referenzen schaffen Vertrauen, indem sie deine Angaben im Lebenslauf und Motivationsschreiben untermauern.

Häufig ist mit „Referenzen“ lediglich die Nennung geeigneter Ansprechpartner*innen gemeint. Personalist*innen können diese kontaktieren, um Auskunft über deine Kenntnisse und Fähigkeiten zu erhalten und eine Fehlbesetzung zu vermeiden.

Referenzen zählen in Österreich nicht zu den Pflichtbestandteilen einer Bewerbung, sondern gelten als freiwillige Ergänzung.

Manchmal werden Referenzen in Stelleninseraten aber auch ausdrücklich gefordert. Ist das der Fall, solltest du sie keinesfalls weglassen.

Für wen eignen sich Referenzen in der Bewerbung?

Für folgende Gruppen lohnen sich Referenzen besonders:

  • Für Berufseinsteiger*innen und Quereinsteiger*innen sind Referenzen sehr wertvoll, da ihnen oft einschlägige oder aussagekräftige Dienstzeugnisse fehlen.
  • Wenn du bereits Berufserfahrung im Lebenslauf gesammelt hast und dich um eine höhere Position bewirbst, können Referenzen, die dein Potenzial bestätigen, deine Chancen steigern.
  • Auch für Freiberufler*innen und Selbstständige lohnen sich Referenzen. Da sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Dienstzeugnisse haben, können ehemalige Auftraggeber*innen ihre Leistungen auf diese Weise bewerten.

Referenzen werten deine Bewerbung auf, wenn sie zur angestrebten Stelle passen. Da deine Unterlagen keine Referenzen enthalten müssen, hebst du dich von Mitbewerber*innen ab, wenn du welche nutzt.

Arten von Referenzen

Es gibt verschiedene Referenzformen, die für deine Bewerbung relevant sein können.

Dienstzeugnis

Bei berufserfahrenen Bewerber*innen ist ein qualifiziertes Dienstzeugnis fester Bestandteil der Bewerbungsunterlagen. Darin beurteilen Dienstgeber deine Aufgaben, Leistungen und dein Verhalten im Dienstverhältnis. Daher ist es oft das wichtigste Zeugnis in der Bewerbung.

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Gelten Dienstzeugnisse als Referenzen?

Obwohl das Dienstzeugnis auch als formale Referenz verstanden wird, zählt es im klassischen Sinne nicht zu den Referenzen in der Bewerbung. Denn während du auf ein Dienstzeugnis in Österreich einen gesetzlichen Anspruch hast, sind Referenzen freiwillig und persönlich. Sie werden individuell angefragt und formuliert. Dadurch wirken sie häufig glaubwürdiger. Sie stellen eine sinnvolle Ergänzung zu Dienstzeugnissen dar und können einen guten ersten Eindruck stärken.

Referenzschreiben

In einem Referenzschreiben bestätigt eine ausgewählte Referenzperson dein Können in einem bestimmten Tätigkeitsfeld. Der Fokus liegt auf deinen Qualifikationen, Leistungen und Erfolgen während der Zusammenarbeit.

Typischer Inhalt:

  • Kurzvorstellung der Referenzperson, inklusive Position (und ggf. akademischem Titel) sowie Erläuterung der Art der Zusammenarbeit – zum Beispiel während des Studiums, einer Festanstellung oder einer freien Mitarbeit
  • Dauer und Art der Tätigkeit
  • Tätigkeitsschwerpunkte und Verantwortlichkeiten
  • Fachliche Kompetenzen
  • Besondere Leistungen und Erfolge
  • Arbeitsweise und Sozialverhalten
  • Datum und Unterschrift

Für das Referenzschreiben gibt es keine starren Regeln. Es umfasst üblicherweise eine DIN-A4-Seite.

Das Referenzschreiben richtet sich nicht an eine bestimmte Person und bezieht sich auch nicht auf eine spezifische Stelle. Somit kannst du es für mehrere Bewerbungen verwenden.

Empfehlungsschreiben

Das Empfehlungsschreiben ähnelt dem Referenzschreiben inhaltlich sehr und sollte ebenfalls maximal eine Seite lang sein. Allerdings wird im Empfehlungsschreiben eine konkrete Person oder ein Unternehmen adressiert. Dein*e Fürsprecher*in geht zudem auf ausgewählte Stärken ein, um deine Eignung für eine ganz bestimmte Position zu betonen. Du kannst das Empfehlungsschreiben somit meist nur einmal verwenden.

Empfehlungsschreiben erhältst du beispielsweise nach Abschluss von Praktika. Sie kommen vor allem im akademischen Bereich zum Einsatz. Auch wenn du dich um eine Führungsposition bewirbst, sind Empfehlungsschreiben besonders hilfreich.

Referenzliste

Wenn es um eine Jobbewerbung geht, kommt häufig eine Referenzliste zum Einsatz. Darin führst du Ansprechpersonen an, die Personalverantwortliche kontaktieren können, um Informationen über deine Qualifikationen einzuholen.

Bei Bewerbungen im Ausland gehören Referenzen oft zum Standard. Im englischsprachigen Raum erwarten Recruiter*innen die Angabe von geeigneten Referenzkontakten. Auch in Österreich gewinnt diese Referenzart an Bedeutung. Personalist*innen fordern jedoch oft erst in späteren Bewerbungsphasen Referenzauskünfte an, um die finale Entscheidung abzusichern.

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Unterschied zwischen Arbeitsproben und Referenzen

Arbeitsproben sind konkrete Belege für deine Fähigkeiten – zum Beispiel Texte, Designs oder Projekte, die du bereits umgesetzt hast. Als Referenzen werden hingegen Aussagen oder Empfehlungen von Dritten bezeichnet. Sie zeigen, wie deine bisherigen Leistungen und deine Arbeitsweise von außen wahrgenommen wurden.

Referenzen richtig in der Bewerbung angeben

Du hast verschiedene Möglichkeiten, Referenzkontakte in der Bewerbung anzuführen.

Folgende Informationen sollten dabei nicht fehlen:

  • Vollständiger Name der Referenzperson (inkl. akademischer Titel)
  • Position
  • Unternehmen/Organisation
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer (idealerweise im internationalen Format, z. B. +43 ...)

Wichtig: Wenn du Referenzen in deiner Bewerbung angibst, dann entscheide dich für eine der Darstellungsarten.

Referenzen im Bewerbungsschreiben nennen

Dein Bewerbungsschreiben dient in erster Linie der Selbstdarstellung. Du möchtest Persönlichkeit zeigen und dich deinem Wunsch-Dienstgeber vorstellen. Wenn du dein Schreiben auf den Punkt formulierst und Platz hast, kannst du im Schlussteil kurz auf eine relevante Referenzperson verweisen.

Beispielformulierungen:

„Frau Mag. Beate Beispiel (Tel. +43 …), Leitung der Marketing-Abteilung bei Firma XY, bestätigt Ihnen gerne mein Organisationstalent und gibt Ihnen Auskunft über meine Erfolge im Projektmarketing.“

Alternativ kannst du anbieten, Referenzen bei Bedarf vorzulegen – zum Beispiel so: 

„Gerne nenne ich Ihnen bei Bedarf geeignete Referenzpersonen.“

Anschließend folgt ein überzeugender Schlusssatz in deinem Schreiben.

Referenzen im Lebenslauf

Im tabellarischen Lebenslauf kannst du deine Referenzen auf verschiedene Arten darstellen. Besonders übersichtlich ist ein eigener Abschnitt am Ende des Dokuments:

Referenzen

Maxine Muster, MA

Abteilungsleitung XY | Beispiel GmbH
+43 1 2345678 | m.muster@beispiel.at

Univ.-Prof. Dr. Bert Beispiel

Institut für Germanistik | Beispiel-Universität
+43 1 9101112 | bert.beispiel@beispiel-uni.at 

Alternativ kannst du Referenzpersonen direkt bei der jeweiligen beruflichen oder akademischen Station anführen:

07/2020 – heute | Online-Redakteurin bei XY-NewsTime, 1010 Wien

  • Recherche und Erstellung von regionalen News-Artikeln
  • Betreuung der Social-Media-Kanäle
  • Steigerung der Reichweite um 12 %

Referenz: Maximilian Muster, Redaktionsleitung, +43 664 1234567 | m.muster@xy-newstime.at

Wenn du Platz sparen möchtest, kannst du darauf verweisen, dass du Referenzen auf Anfrage nennst:

  • „Referenzen auf Anfrage“
  • „Referenzangaben reiche ich auf Wunsch gerne nach“

Referenzen auf einer eigenen Seite

Führst du deine Referenzpersonen auf einer separaten Referenzliste an, ordnest du sie in der Bewerbung als Anlage ein. Auf dieser Seite listest du deine Referenzen genauso auf, wie du es im Lebenslauf tun würdest.

Manche Personalverantwortliche fordern Referenzlisten nachträglich an – zum Beispiel nach dem Erstgespräch.

Referenz- oder Empfehlungsschreiben gehören ebenfalls in den Anhang der Bewerbung.

Auswahl für die Bewerbung

Eine durchdachte Auswahl von Referenzen kann deine Chancen im Bewerbungsprozess deutlich erhöhen – vor allem bei fachlich ähnlich qualifizierten Mitbewerber*innen.

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Wie viele Referenzen gehören in die Bewerbung?

In der Regel reichen 2 bis 3 Referenzpersonen völlig aus. Zu viele Angaben wirken oft überladen.

Beachte folgende Kriterien bei der Auswahl:

  • Relevanz: Wähle Personen, die für die neue Stelle relevante Kompetenzen beurteilen können.
  • Glaubwürdigkeit: Deine Referenzgeber*innen sollten hierarchisch über dir stehen (z. B. ehemalige Abteilungsleiter*innen), damit ihre Einschätzung Gewicht hat.
  • Objektivität: Wähle Personen aus, die sachlich über deine Leistungen berichten können.
  • Wohlwollen: Deine Referenzpersonen sollten dir positiv gesinnt sein.
  • Aktualität: Achte auf aktuelle Kontaktdaten. Idealerweise liegt die Zusammenarbeit nicht länger als 5 Jahre zurück.
  • Einverständnis: Nenne nur Personen, die vorab ausdrücklich zugestimmt haben.

Geeignete Referenzgeber*innen sind zum Beispiel:

  • ehemalige Dienstgeber,
  • direkte Vorgesetzte,
  • Auftraggeber*innen,
  • Professorinnen und Professoren,
  • Dozentinnen und Dozenten,
  • Mentorinnen und Mentoren,
  • Praktikumsbetreuer*innen oder
  • Funktionärinnen und Funktionäre aus ehrenamtlichen Tätigkeiten (z. B. Vereine).

Wer eignet sich nicht als Referenzgeber*in?

Folgende Personen solltest du nicht als Referenzen angeben:

  • Familienmitglieder
  • Personen aus dem rein privaten Bekanntenkreis
  • Personen ohne beruflichen Bezug
  • Sehr lange zurückliegende oder fachfremde Kontakte
  • Kolleginnen und Kollegen auf gleicher oder niedrigerer Hierarchiestufe

Tipp: Es ist oft von Vorteil, nicht exakt jene Person als Referenz zu nennen, die bereits das Dienstzeugnis unterschrieben hat. So erhält der neue Betrieb eine zusätzliche Perspektive.

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Wähle ein Design, das dir gefällt und passe es deinen Vorstellungen an. Füge beispielsweise deinem Lebenslauf ganz einfach den Bereich „Referenzen“ hinzu.

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Referenzen einholen: Tipps für dein Vorgehen

Bevor du Referenzen in der Bewerbung anführst, musst du die entsprechenden Personen kontaktieren. Du benötigst eine ausdrückliche Erlaubnis für die Weitergabe der Kontaktdaten.

So gehst du beim Einholen von Referenzen am besten vor:

  1. Wähle geeignete Personen aus und kontaktiere sie persönlich, telefonisch oder per E-Mail.
  2. Erinnere kurz an die gemeinsame Zeit und die positive Zusammenarbeit.
  3. Erläutere den Zweck: Möchtest du die Kontaktdaten in einer Liste angeben oder benötigst du ein schriftliches Dokument?
  4. Informiere deine Referenzgeber*innen über die angestrebte Position und welche Skills dort besonders gefragt sind.
  5. Hol dir das ausdrückliche Einverständnis für die Verwendung der Daten.
  6. Bedanke dich herzlich für die Unterstützung.

Wichtig: Formuliere deine Anfrage immer höflich und wertschätzend. In Österreich ist ein respektvoller Umgangston (ggf. unter Berücksichtigung von Titeln in der Anrede) besonders wichtig.

Beispiele für deine Anfrage per E-Mail

Du bist unsicher bei der Formulierung? Hier sind Textbeispiele für deine Anfrage:

Muster: Referenzschreiben

Sehr geehrte/r Frau/Herr [Titel/Name],

ich bewerbe mich derzeit auf Positionen im Projektmanagement und möchte Sie fragen, ob Sie bereit wären, mir ein kurzes Referenzschreiben über unsere Zusammenarbeit bei [Unternehmen] auszustellen.

Besonders relevant sind dabei meine strukturierte Arbeitsweise und meine Führungsqualitäten. Weitere Details bespreche ich gerne persönlich mit Ihnen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen
[Name]

Muster: Empfehlungsschreiben

Sehr geehrte/r Frau/Herr Prof. Dr. [Name],

ich bewerbe mich derzeit um eine Stelle als Nachwuchsführungskraft bei Z-Marketing.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine Bewerbung mit einem kurzen Empfehlungsschreiben unterstützen könnten. Ihre Einschätzung meiner fachlichen Stärken wäre für mein Fortkommen sehr wertvoll.

Gerne lasse ich Ihnen weitere Informationen zum Stelleninserat oder meinen Unterlagen zukommen.

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Zeit und Mühe.

Freundliche Grüßen
[Name]

Muster: Referenzliste

Guten Tag Frau/Herr [Titel/Name],

ich befinde mich aktuell in einem Bewerbungsprozess und wollte Sie fragen, ob ich Sie bei Bedarf als Referenzperson anführen darf.

Es könnte sein, dass das Unternehmen Sie telefonisch kontaktiert, um sich ein Bild von unserer Zusammenarbeit bei [Firma] zu machen. Besonders relevant wären dabei meine Programmierkenntnisse.

Bitte geben Sie mir kurz Bescheid, ob das für Sie in Ordnung ist. Gerne können wir weitere Details auch kurz telefonisch klären.

Vielen Dank und beste Grüße
[Name]

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte man Referenzen in der Bewerbung angeben?
Gib Referenzen nur an, wenn sie einen klaren Mehrwert bieten oder ausdrücklich gefordert werden. Ansonsten reicht es oft, Referenzen erst in einer fortgeschrittenen Phase des Prozesses auf Nachfrage zu nennen.
Sind Referenzen noch zeitgemäß?

Referenzen sind in Österreich zwar kein Muss, aber ideal, um deine Glaubwürdigkeit zu steigern. Das gilt besonders für verantwortungsvolle Positionen oder Management-Jobs.

Bei internationalen Bewerbungen gehören Referenzkontakte oft zum Standard.

Was sind gute Referenzen?

Gute Referenzen passen zur angestrebten Position. Geeignete Referenzgeber*innen sind ehemalige Vorgesetzte, Projektleiter*innen oder Ausbildner*innen, die deine Leistungen kompetent beurteilen können.

Wichtig ist das vorherige Einverständnis der Personen und dass die Zusammenarbeit nicht zu weit (maximal 5 Jahre) zurückliegt.

Ist es ein gutes Zeichen, wenn Referenzen eingeholt werden?
Ja, absolut. Wenn Personalist*innen Referenzen einholen, besteht ernsthaftes Interesse an deiner Person und man möchte die positive Entscheidung absichern.
Was sollte man angeben, wenn man nach Referenzen gefragt wird?

Meist ist damit eine Liste mit Referenzpersonen gemeint. Diese sollte enthalten:

  • Vor- und Nachname (inkl. Titel)
  • Position
  • Unternehmen
  • Kontaktdaten (E-Mail, Telefonnummer)

Vergiss nicht, die Personen vorher zu informieren.

Können Referenzen nachgefordert werden?
Ja. Dienstgeber können Referenzen auch nachträglich anfordern, etwa nach dem Vorstellungsgespräch, um die Auswahl zwischen den letzten Kandidat*innen zu erleichtern.

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