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Zeugnisse in der Bewerbung: Welche Nachweise wirklich wichtig sind

Zeugnisse sind wichtiger Bestandteil einer aussagekräftigen Bewerbung. Aber welche Nachweise benötigst du wirklich?

Zeugnisse in der Bewerbung

Wer sich bewirbt, stellt sich schnell die Frage, welche Zeugnisse bei der Bewerbung erforderlich sind. Nicht jedes Dokument bringt dir im Bewerbungsprozess einen Vorteil. Wir verraten dir, welche Nachweise Personalverantwortliche üblicherweise erwarten und wie du mit den richtigen Zeugnissen punktest.

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Warum sind Zeugnisse bei Bewerbungen so wichtig?

Zeugnisse geben Arbeitgebern Sicherheit und Orientierung. Während der Lebenslauf in erster Linie beschreibt, was du gemacht hast, zeigen Zeugnisse, wie gut du es gemacht hast. Zeugnisse erfüllen folgende Zwecke:

  • Angaben in Anschreiben und Lebenslauf belegen
  • Qualifikationen, Leistungen und Erfolge nachweisen
  • Schulische und berufliche Entwicklung dokumentieren

Besonders bei vielen Bewerbenden mit ähnlichen Qualifikationen können überzeugende Zeugnisse den Unterschied machen.

Tipp: Nenne im Lebenslauf und Bewerbungsschreiben nur fachliche Qualifikationen, die du auch nachweisen kannst.

Arten von Zeugnissen

Es gibt verschiedene Zeugnisarten, die für deine Bewerbung relevant sein können. Die wichtigsten findest du hier im Überblick:

Schulzeugnis

  • Zeigt Stärken und Leistungen in Form von Noten, Fehlzeiten, Sozialverhalten
  • Belegt deinen Schulabschluss (Abschluss-/Maturazeugnis)
  • Besonders wichtig für Bewerbungen um Praktika, Lehrstellen oder erste Ferialjobs
  • Nur das Volksschulzeugnis ist in der Regel nicht relevant

Zeugnisse über die Lehrausbildung

  • Beurteilung deiner theoretischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten im erlernten Beruf
  • Umfasst das Lehrabschlussprüfungszeugnis der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer (WKO), das Zeugnis des Lehrbetriebs und das Berufsschulzeugnis
  • Essenziell für den Berufseinstieg nach der abgeschlossenen Lehre

Hochschulzeugnis

  • Bachelorzeugnis, Masterzeugnis, Diplom- oder Promotionszeugnis
  • Enthält Studienschwerpunkte, Leistungen und Abschlussnote
  • Unverzichtbar für den Berufseinstieg von Hochschulabsolventinnen und -absolventen
  • Voraussetzung für akademische Berufe
  • Bewerbung vor Abschluss des Studiums: Fordere eine Notenübersicht (Sammelzeugnis) bei der Prüfungsabteilung an

Zeugnisse und Zertifikate über absolvierte Weiterbildungen

  • Beispiele: fachliche Weiterbildungen, Microsoft-Office-Zertifizierung, Sprachzertifikat
  • Beweis für Kompetenzen, Spezialisierungen und Lernbereitschaft
  • Besonders wertvoll, wenn es direkt zur angestrebten Arbeitsstelle passt
  • Für alle Bewerbungsphasen geeignet – vom Einstieg bis zur langjährigen Berufserfahrung

Praktikumszeugnis

  • Beleg für erste praktische Tätigkeiten und Arbeitsverhalten in einem bestimmten Berufsfeld
  • Hilfreich für Schülerinnen, Studierende, Quereinsteigende und Bewerbende mit wenig Berufserfahrung
  • Für berufserfahrene Arbeitnehmerinnen geeignet, wenn die erworbenen Kenntnisse zum angestrebten Job passen

Dienstzeugnis

  • Beschreibt Aufgaben und Leistungen im Berufsalltag
  • Bewertet fachliche und persönliche Kompetenzen, Arbeitsweise und Sozialverhalten
  • Für berufserfahrene Bewerbende meist das wichtigste Dokument in den Beilagen der Bewerbung

Wichtig: Heutzutage werden Bewerbungsunterlagen nur noch selten per Post verschickt. Wenn du deine Bewerbung jedoch in Papierform benötigst, versende niemals Originale, sondern Kopien von deinen Zeugnissen und Bescheinigungen.

Weitere Nachweise in der Bewerbung

Neben klassischen Zeugnissen gibt es weitere Dokumente, die je nach Stellenprofil relevant sein können:

Referenzen

  • Angabe und Empfehlungen von Referenzpersonen wie bisherige Arbeitgeber, Mentorinnen und Mentoren
  • Hervorheben bestimmter Fähigkeiten oder Erfolge
  • Unterstreichen deiner Glaubwürdigkeit
  • Besonders wertvoll in akademischen Berufen und leitenden Positionen
  • Kurzer Hinweis im Lebenslauf oder separate Referenzliste

Strafregisterbescheinigung

  • Dokumentiert, ob strafrechtlich relevante Einträge vorliegen, und dient als Nachweis deiner persönlichen Zuverlässigkeit
  • Unter anderem erforderlich für Berufe im pädagogischen und sozialen Bereich, im öffentlichen Dienst sowie in der Sicherheitsbranche
  • Beantragung online (oesterreich.gv.at), beim Magistrat oder der zuständigen Polizeidirektion
  • Nur hinzufügen, wenn ausdrücklich gefordert

Gesundheitszeugnis / Ärztliches Attest

  • Nachweis der physischen und psychischen Eignung für einen bestimmten Beruf
  • Vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich, in der Medizin sowie teilweise im Sicherheitswesen
  • Beantragung bei einer Ärztin oder einem Arzt für Allgemeinmedizin oder beim zuständigen Gesundheitsamt
  • Nur beilegen, wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist oder explizit gefordert wird

Führerschein

  • Wichtig, wenn du in deinem Job mobil sein musst
  • Je nach Beruf sind konkrete Führerscheinklassen erforderlich – etwa für Berufskraftfahrerinnen
  • Manche Arbeitgeber fordern eine Kopie des Führerscheins
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Auswahl der richtigen Zeugnisse

„Senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bitte an... “ – dieser Satz erscheint häufig in Stellenanzeigen. Aber was bedeutet „vollständig“? Welche und wie viele Zeugnisse in deine Bewerbung gehören, hängt besonders von der angestrebten Position und deiner Berufserfahrung ab. Berücksichtige bei der Auswahl: Aktualität, Relevanz und Vollständigkeit.

Wir verraten dir, welche Zeugnisse für welche Bewerbungsarten unerlässlich sind. Generell gilt: Qualität vor Quantität.

Praktikum

Bewirbst du dich als Schülerin für ein Praktikum, musst du deiner Bewerbung üblicherweise nur dein aktuellstes Schulzeugnis beilegen. Als Studentin solltest du der Bewerbung dein Maturazeugnis und deine aktuelle Notenübersicht (Sammelzeugnis) mitschicken. Hast du dein Studium bereits abgeschlossen, gehört das Abschlusszeugnis in deine Bewerbung. Zeugnisse von Ferialjobs und relevante Praktikumsnachweise vervollständigen deine Bewerbung.

Auch als berufserfahrene Person kannst du dich um einen Praktikumsplatz bewerben – zum Beispiel im Rahmen einer Neuorientierung. Dann können neben aktuellen Dienstzeugnissen auch passende Weiterbildungszertifikate sinnvoll sein.

Lehre

Bei einer Bewerbung um eine Lehrstelle ist das aktuelle Schulzeugnis essenziell. Zusätzlich kannst du deiner Bewerbung ein bis zwei frühere Schulzeugnisse und relevante Zertifikate beilegen – aber nur, wenn sie einen klaren Mehrwert bieten. Hast du bereits Praktika absolviert oder Nebenjobs ausgeübt, kannst du die entsprechenden Zeugnisse ebenfalls mitschicken.

Job

Bei Jobbewerbungen stehen Dienstzeugnisse im Vordergrund. Das aktuelle Zeugnis ist Pflicht. Entsprechend deiner Berufserfahrung kannst du weitere relevante Zeugnisse und Zertifikate ergänzen.

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Auswahl der Zeugnisse entsprechend der Berufserfahrung

Je nach aktueller Karrierestufe sind einer Bewerbung verschiedene Zeugnisse beizufügen:

  • Wenig Berufserfahrung: An erster Stelle steht dein letztes Schul-, Hochschul- oder Lehrabschlusszeugnis. Auch Praktikumszeugnisse, erste Dienstzeugnisse und Zertifikate sind wichtig.
  • Mittlere Berufserfahrung: Stehst du bereits ein paar Jahre fest im Berufsleben, ist das aktuelle Dienstzeugnis zentral. Ältere Dienstzeugnisse ergänzt du bei Relevanz. Auch dein höchster Bildungsabschluss gehört dazu.
  • Viel Berufserfahrung: Konzentration auf das aktuelle Dienstzeugnis und maximal zwei weitere Zeugnisse aus früheren Tätigkeiten. Höchstes Bildungszeugnis und ausgewählte Weiterbildungen ergänzen das Profil.

Interne Bewerbung

Ein Vorteil der internen Bewerbung ist, dass du dich bereits im Unternehmen bewährt hast. Oft reicht ein Zwischenzeugnis von deinem aktuellen Vorgesetzten. Ebenfalls sinnvoll sind Urkunden und Zertifikate, die neu erworbene Qualifikationen belegen.

Kurzbewerbung

Eine Kurzbewerbung beinhaltet in der Regel ein Bewerbungsschreiben und einen Lebenslauf. Zeugnisse sind kein typischer Bestandteil und werden erst auf Nachfrage nachgereicht.

Initiativbewerbung

Bei einer Initiativbewerbung liegt dir in der Regel kein konkretes Anforderungsprofil vor. Informiere dich deshalb aktiv, welche Nachweise relevant sein könnten. Hänge deine letzten Dienstzeugnisse an und lege gegebenenfalls noch relevante Zertifikate bei.

Bewerbung als Quereinsteigerin

Geht es um einen Quereinstieg, gewinnen Praktikumszeugnisse und Zertifikate von Weiterbildungen und Umschulungen an Bedeutung. Auch das letzte schulische oder akademische Abschlusszeugnis sollte nicht fehlen. Fordern Personalverantwortliche nachträglich weitere Zeugnisse, kannst du sie nachreichen.

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Bewerbung mit schlechtem Zeugnis

Ein schwaches Zeugnis macht nicht den besten Eindruck. Wenn es relevant ist, solltest du es jedoch nicht einfach weglassen. Versuche, dein schlechtes Zeugnis durch andere aussagekräftige Nachweise auszugleichen – etwa durch ältere gute Zeugnisse, Weiterbildungszertifikate und Referenzen.

Ein schlechtes Schulzeugnis ist meist kein Ausschlusskriterium. Gerade bei Praktikums- und Lehrstellenbewerbungen sind deine Motivation, Soft Skills und dein Entwicklungspotenzial oft wichtiger als dein Notendurchschnitt.

Bewerbung ohne Dienstzeugnis

Hast du gerade erst die Schule abgeschlossen, ist es normal, dass deine Bewerbung kein Dienstzeugnis enthält. Bei berufserfahrenen Bewerbenden kann das Fehlen jedoch Misstrauen wecken. Nutze selbst verfasste Tätigkeitsbeschreibungen, Referenzen oder Arbeitsproben, um deine Leistungen glaubwürdig zu belegen. Hast du trotz Anfrage noch kein Zeugnis erhalten, biete an, es nachzureichen.

Eine mögliche Formulierung könnte etwa so lauten:

„Mein Dienstzeugnis wird derzeit erstellt. Auf Wunsch reiche ich es gern nach.“

Warst du im Ausland tätig, ist es nicht ungewöhnlich, dass kein formales Zeugnis ausgestellt wurde. Auch wenn du dich noch in einer Festanstellung befindest, werten Personalverantwortliche das Fehlen eines aktuellen Zeugnisses üblicherweise nicht negativ.

Fehlendes Zeugnis begründen?

Du musst das Fehlen deines Dienstzeugnisses nicht zwangsläufig thematisieren. Wenn Personalverantwortliche nachfragen, solltest du allerdings eine plausible Erklärung parat haben.

In welcher Reihenfolge ordnet man Zeugnisse in der Bewerbung an?

Deine Zeugnisse werden nach dem Lebenslauf in den Anlagen platziert. So wie der Werdegang im Lebenslauf werden auch deine Zeugnisse in antichronologischer Reihenfolge sortiert. Das aktuellste Dokument kommt zuerst. Eine sinnvolle Reihenfolge sieht so aus:

  • Aktuellstes Dienstzeugnis
  • Maximal 2 weitere Arbeitszeugnisse
  • Hochschul- oder Lehrabschlusszeugnis / Höchstes schulisches Abschlusszeugnis (als Berufseinsteigerin)
  • Sonstige Nachweise und Zertifikate

Eventuelle Arbeitsproben und Empfehlungsschreiben schließen die Bewerbung ab.

Nutzt du ein Deckblatt, kannst du darauf ein Inhaltsverzeichnis oder Anlagenverzeichnis angeben. Darin führst du die Zeugnisse in richtiger Reihenfolge auf.

Alle Unterlagen fasst du am besten in einer PDF-Datei zusammen. Diese sollte nicht größer als 5 MB sein. Bei postalischer Bewerbung achte auf eine hohe Druckqualität der Kopien.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie alt dürfen Zeugnisse in der Bewerbung sein?
Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht, aber in der Praxis gilt die 10-Jahres-Regel: Dienstzeugnisse, die älter als 10 Jahre sind, spiegeln oft nicht mehr die aktuellen Kenntnisse wider und können weggelassen werden. Schulzeugnisse benötigst du in der Regel nur als Berufseinsteigerin.
Wie lang darf ein Zeugnis sein?
Qualifizierte Dienstzeugnisse umfassen üblicherweise bis zu 2 DIN-A4-Seiten. Ein deutlich kürzeres Zeugnis könnten Personalverantwortliche negativ interpretieren. Praktikumszeugnisse dürfen hingegen kürzer ausfallen.
Kann der Arbeitgeber ein Schulzeugnis überprüfen?
Ja, Arbeitgeber sind grundsätzlich berechtigt, die Echtheit von Zeugnissen zu überprüfen. Eine direkte Nachfrage bei der Schule ist jedoch nur nach vorheriger Einwilligung der betroffenen Person erlaubt.
Wie lange hat der alte Arbeitgeber Zeit, ein Dienstzeugnis auszustellen?
In Österreich hast du gemäß § 39 AngG beziehungsweise § 1163 ABGB einen Anspruch auf ein Dienstzeugnis bei Beendigung des Dienstverhältnisses. Nach der Beantragung sollte der Arbeitgeber das Zeugnis unverzüglich ausstellen. Der Anspruch verjährt in Österreich erst nach 30 Jahren (§ 1478 ABGB).
Was heißt „wohlwollendes Dienstzeugnis“?
Das bedeutet, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, ein grundsätzlich wahrheitsgemäßes, aber wohlwollendes Zeugnis zu formulieren, das deine weitere berufliche Laufbahn nicht erschwert und keine nachteiligen Formulierungen enthält.
Müssen Zeugnisse für eine Bewerbung beglaubigt sein?
Üblicherweise nicht. Es reicht aus, wenn du die Dokumente einscannst oder kopierst. Eine beglaubigte Zeugniskopie ist nur in Ausnahmefällen erforderlich – etwa bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst, bei Behörden oder bei Universitäten.

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