Immer mehr österreichische Fachkräfte zieht es ins Ausland. Aber nicht nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wägen das Für und Wider solcher Unternehmungen ab. Auch große Firmen mit Sitz in Österreich verlagern ihre Standorte und nehmen Teile ihrer Belegschaft gleich mit. Dies bietet dir zahlreiche Chancen, eine Stelle im Ausland zu ergattern.
Darum ziehen österreichische Unternehmen ins Ausland
Ob nach Australien, Spanien oder Polen: Das Auslagern von Firmen ist grundsätzlich mit Aufwand und hohen Kosten verbunden. Trotzdem bietet die Investition eine ganze Reihe von Vorteilen:
- Erschließung neuer Märkte
- geringere Energiekosten und Steuern
- Kooperationen mit ansässigen Unternehmen
- vorteilhafter Standort mit zahlreichen Vertriebswegen
- bisheriger Abnehmermarkt bleibt gleichzeitig bestehen
Auch für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bieten sich viele Chancen durch den Umzug ins Ausland – entweder als Teil der Zweigstelle oder aber bei einem völlig neuen Arbeitgeber. Neben der Aussicht auf ein höheres Gehalt spielen dabei vor allem diese Beweggründe eine Rolle:
- Sammeln von Erfahrungen und Qualifikationen
- sprachliche Weiterbildung
- attraktiveres Tätigkeitsfeld
- bessere Arbeitsbedingungen
- moderne Ausstattung des Arbeitsplatzes
- Arbeit mit einem Expertteam
- niedrigere Lebenshaltungskosten
- einfachere Existenz- oder Familiengründung
- neue Herausforderungen
Diese Vorteile beschränken sich natürlich nicht nur auf die Außenposten österreichischer Unternehmen, sondern können potenziell auf jeden Arbeitgeber im Ausland zutreffen. Hier lohnt sich ein Blick auf das Unternehmen, den Standort und das jeweilige Jobangebot.
Welche Jobs gibt es für Österreicher im Ausland?
Sprachbarrieren erschweren die Zusammenarbeit, dennoch stellen Arbeitgeber im Ausland zum Teil gezielt Personal aus Österreich ein – nicht nur trotz, sondern auch aufgrund seiner Deutschkenntnisse. So befinden sich die zentralen Servicestellen internationaler Konzerne immer öfter ebenfalls im Ausland. In diesen Fällen beantworten österreichische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die eingehenden Anrufe aus ihrer Heimat. Dabei sitzen sie meist nicht in Wien oder Graz, sondern in Dublin, Paris oder sogar außerhalb Europas. Die Kosten für die Unterkunft, die Krankenversicherung oder das Arbeitsvisum trägt in diesen Fällen mitunter das Unternehmen.
Wo große Konzerne ansässig sind, bildet sich schnell ein komplett neuer Arbeitsmarkt mit zahlreichen Nischen. Österreichische Teams brauchen natürlich Teamleiterinnen und Teamleiter. Hier findest du häufig eine Gelegenheit, um dich für Management- oder Abteilungsleiterposten zu bewerben. Aber auch außerhalb des Unternehmens entstehen in der Regel neue Jobs. Schließlich bringen viele Angestellte ihre Familien mit, die wiederum Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen sowie andere Dienstleister benötigen.
Auch in der Entwicklungshilfe werden Fachkräfte händeringend gesucht – insbesondere in den Bereichen Medizin, Agrarwissenschaft oder Kartografie.
Bewerben im Ausland
Wenn du über einen Job im Ausland nachdenkst, musst du dich also zuallererst nach geeigneten Stellenangeboten umsehen. Bei einer Bewerbung im Ausland musst du jedoch einige Besonderheiten berücksichtigen – gerade wenn es darum geht, was alles in eine Bewerbung gehört.
Das gilt zum Beispiel für Initiativbewerbungen. Während vor allem englischsprachige Unternehmen die Initiative als Zeichen von Motivation betrachten, gehen Personalverantwortliche anderenorts gar nicht erst auf solche Versuche ein. Bevor du eine Bewerbung schreibst, solltest du dich also genau über die Gepflogenheiten des Arbeitgeberlandes informieren.
Netzwerken
Bei der Bewerbung im Ausland spielen gute Beziehungen und Netzwerke eine entscheidende Rolle. Unternehmen möchten das Risiko und den Aufwand des Bewerbungsverfahrens natürlich minimieren und besetzen Stellen deshalb gern mit bekannten Gesichtern. Firmen im Ausland schreiben immer seltener Stellen aus und vergeben diese stattdessen intern. Gute Kontakte können also den entscheidenden Hinweis auf freie Stellen geben – und ein gutes Wort für dich einlegen.
Viele Unternehmen nutzen allerdings auch sogenannte Recruiter, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt über ihre eigenen Netzwerke anheuern. Ein wachsender Teil der freien Stellen ist der Öffentlichkeit also gar nicht mehr zugänglich. Fachleute sprechen hier von einem versteckten Arbeitsmarkt, dem „Hidden Job Market“. Interessierst du dich für einen Job im Ausland, ist es also sinnvoll, auf Jobportalen wie LinkedIn präsent zu sein und Kontakte zu knüpfen.
Internationale und lokale Jobbörsen
Ausgeschriebene Stellen im Ausland findest du auch auf internationalen Jobportalen wie Indeed, Monster oder auf der Jobbörse der Republik Österreich. Hinzu kommen häufig kleinere Portale, die sich auf bestimmte Branchen fokussieren, und lokale Jobbörsen aus dem Land, in dem du leben und arbeiten möchtest. Oft stellen sie sich als unverzichtbar heraus, wenn es um die Stellensuche in bestimmten Regionen geht.
Die „Rückwärtssuche“
Es kann natürlich vorkommen, dass ein Arbeitgeber eine Stelle ausschreibt, die sich nicht exakt mit deinem Profil deckt. Von Nutzen ist dieses Inserat dennoch. Schau dir zum Beispiel an, wer zurzeit deine Wunschposition in diesem Unternehmen innehat. Wahrscheinlich hat die Person vorher in ähnlichen Unternehmen gearbeitet – möglicherweise im gleichen Tätigkeitsfeld. Vielleicht tut sich hier ja eine passende Planstelle auf.
Länderspezifische Besonderheiten
Sobald du das passende Inserat gefunden hast, folgt die eigentliche Bewerbung. Allerdings hat jedes Land bestimmte Eigenheiten, die du bei deiner Bewerbung berücksichtigen solltest. Das zeigt zum Beispiel bereits der Umfang der Bewerbungsunterlagen.
Dabei handelt es sich natürlich nur um einige Beispiele. Viele Einzelheiten der Bewerbung und des Lebenslaufs unterscheiden sich – mal mehr, mal weniger – von den Anforderungen eines österreichischen Unternehmens. Ohne genaue Kenntnis des jeweiligen Bewerbungsverfahrens ist es also nahezu unmöglich, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Eine ausführliche Recherche ist daher unerlässlich.